Warum erlebnispädagogische Programme?

REINERS (1997) zeigt verschiedene Gründe der Aktualität und Notwendigkeit auf. Es sind vor allen Dingen die neuen Medien, die das persönliche, eigenständige Erleben einschränken bzw. kompensieren. Es wird demnach oft nicht mehr aktiv, sondern aus zweiter Hand durch stellvertretende Personen zum Beispiel im Fernseher erlebt. Die Jugendlichen, die dann Erfahrungen mit Ernstcharakter machen, sind meist überfordert und die Erlebnispädagogik ist eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken. Zudem ist das Lernen von „Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und soziale[m] Engagement“ (REINERS 1997, S.8) in der heutigen, nach Leistung strebenden Gesellschaft kein Leichtes. Der zwischenmenschliche Aspekt der Erlebnispädagogik scheint dem Streben nach Leistung der heutigen Gesellschaft entgegenzusteuern. Ein anderer wichtiger Punkt ist das Bewusstwerden der Natur durch die Erlebnispädagogik, da die Zerstörung der Umwelt in der aktuellen Zeit stets zunimmt und allgegenwärtig ein Thema ist. REINERS (1995) begreift nicht nur die Gleichgültigkeit der Menschen diesbezüglich, sondern auch die Ignoranz und erinnert an die Erlebnispädagogik, die „durch ihre Nähe zur Natur zu einem bewussten Umgang mit der Umwelt“ (S.9) verhelfen kann.

Dabei sollen die Jugendlichen nicht nur die Schönheit der Natur schätzen lernen, während sie sich zum Beispiel in Naturschutzgebieten aufhalten, sondern auch die Abhängigkeit des Wohlergehens dieser begreifen.

(Vgl. REINERS, 1995, S.9) Die Erlebnispädagogik besitzt also Verbindungslinien zur ökologischen Pädagogik, die „ganzheitlich und handlungsorientiert, direkte Betroffenheit der Beteiligten und ein dialogisches Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden [sucht].“ (MUFF, 1997, S.61). Der entscheidende Faktor ist hierbei, die „Diskussion um ein ökologisch notwendiges Unterlassungshandeln.“ (MUFF, 1997, S. 61).